Dynamische Fähigkeiten im Mittelstand

Gepostet von am Mrz 31, 2017

Dynamic Capabilities (Dynamische Fähigkeiten) ist die Antwort, um mit immer schneller wandelnden Märkten und disruptiven Einflüssen umzugehen: Das bedeutet, dass ich als Unternehmen nicht mal mehr eine spezifische Kernkompetenz benötige - ich muß nur eine offene Organisationsstruktur bauen, mit der ich neues Wissen, Strukturen und Technologien schnell integrieren und zu einem Ressourcenpool kombinieren kann. Hier liegt die große Chance für den Mittelstand gegenüber den großen unbeweglichen Konzernen, immer eine Nasenlänge voraus zu sein. 

Dynamischen Fähigkeiten nennt man das Potenzial von Unternehmen, sich mit systematischer Weiterentwicklung und permanenter Anpassung ihrer Ressourcen über Probleme und Wachstumshemmnisse hinweg zu setzen und neue Chancen wahrnehmen zu können.

Der Begriff wurde 1997 durch die Veröffentlichung von David J. Teece geprägt und ist seit ca. 2007 im deutschen Sprachraum verbreitet. Das Konzept basiert auf dem Resource Based View-Ansatz, der das Unternehmen als einen Pool von Ressourcen sieht. Teece erweiterte die Betrachtungsweise um eine Markt- und Strategieperspektive.

Eine kreative Neukombination von Ressourcen erzeugt neue Kompetenzen und diese können strategisch eingesetzt werden. Durch diese Fähigkeit schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können, kann sich ein Unternehmen zumindest temporär Wettbewerbsvorteile schaffen.

Im Einzelnen geht es vor allem um die Fähigkeiten zu lernen, externe strategische Ressourcen kompatibel zu machen und sinnvoll in die eigene Organisation einzugliedern - wie z.B. die Beschäftigung von Freelancer mit speziellem Wissen oder die Nutzung von externen Services zur Komplettierung des eigenen Portfolios. Zu diesen Ressourcen gehören vor allem organisatorischen, technologische und humane Ressourcen (z.B. Wissen, Prozesse, Technologien, Reputation, Marke, Patente etc.). 

Gerade der Mittelstand mit seinen schnellen Entscheidungswegen ist dafür prädestiniert. Dafür gilt es eine entsprechende Kultur des stetigen Wandels und der Wachstumsphilosophie zu implementieren und permeable Unternehmensgrenzen zu schaffen. 

In der Praxis sehen wir erfolgreiche Beispiele wie z.B. strategische Kooperationen, Unternehmenskäufe, Fusionen und Lizenzpartnerschaften.